Verteidigung/Sicherheitspolitik

Archiv: Mai 2009

Friedensgutachten: Nietzsche

Alljährlich ist die deutsche sicherheitspolitische Gemeinschaft eigentlich gespannt, was die versammelten Friedensforscher mit ihrem “Friedensgutachten” an intellektueller Kritik beizutragen haben. Gestern ist ihre 2009-Ausgabe in Berlin vorgestellt worden, im Volltext wieder nur als Buch kaufbar (der Steuerzahler hat das Hardcover derart subventioniert, dass eine freie pdf-Version zwangsläufig sein müsste).

Immerhin gibt es eine 33-seitige kostenfreie Kurzversion, die das wichtigste und anspruchsvolle Thema “Wie beenden wir Kriege?” enthällt (pdf-S. 9 ff.):
http://www.friedensgutachten.de/uploads/pdf/2009/fga2009_inhalt_vorwort_stellungnahme.pdf

Konzentriert man sich auf die von den Friedensforschern wirklich ambitiös aufgeworfene Frage der Kriegsbeendigung angesichts der aktuellen Kriege, ist man wirklich gespannt, welches Konzept die friedensforschende Intelleligenzia zu bieten hat.

U. E. kulminiert das patente Kriegsbeendigungskonzept in folgendem Absatz (pdf-S. 11):

  • “Eine allgemeine Formel für Kriegsbeendigung gibt es nicht. Doch wenn weder ein Frieden durch militärischen Sieg noch die Hegemonie einer Protektoratsmacht durchsetzbar sind, müssen die Kriegsgegner als Partner für Waffenstillstände anerkannt und für Friedensverhandlungen gewonnen werden.”

Konzeptionelles Denken müsste die Wirklichkeit in ihrer gesamten Erfahrungsbreite abdecken. Das beginnt mit dem Wunschdenken, dass jemand glaubt, irgend etwas “müsste” so sein, wie er es will; das ist erfahrungsgemäss nicht immer der Fall.

Und wie gewinnt man seinen “Feind”, zu welchem Preis?

{Nietzsche ist nicht totzukriegen}

läuft unter Wordpress 2.8.6
Anpassung und Design: GeoPowersSupporter