Verteidigung/Sicherheitspolitik

Archiv: August 2009

Iran’s SEJIL: passt scho

Uzi Rubin, vom israelischen “Institute for Contemporary Affairs”, hat eine 5-seitige Studie geschrieben über die iranische Raketen-Entwicklung, insbesondere die feststoffgetriebene SEJIL mit einer Europa erreichenden Schussweite von 2.500 km:
http://www.jcpa.org/JCPA/Templates/ShowPage.asp?DRIT=1&DBID=1&LNGID=1&TMID=1 11&FID=442&PID=0&IID=3074&TTL=New_Developments_in_Iran’s_Missile_Capabilities:_I mplications_Beyond_the_Middle_East (beachte auch die ppt-Präsentation)

Rubin meint:

  • die feststoffgetriebene SEJIL ist ein entscheidender Durchbruch iranischer Ingenieurskunst, die sich von nordkoreanischer Hilfe verselbständigt habe;
  • Wenn die Schätzung eines U.S.-russischen Expertenreports (
  • EastWest) richtig sei, dass die Iraner 6 Jahre für die nukleare Bestückung der SEJIL bräuchten, sei es für die Europäer Zeit, eine Raketenabwehr zu starten (S. 4)

Vor einigen Tagen haben wir irgendwo im Netz eine Meldung gelesen, dass die U.S.-Administration von dem polnisch/tschechischen Raketenabwehr-Projekt gar nicht mehr spräche. Jetzt werde eine seegestützte Abwehr (Standard Missile 3 auf Aegis-Zerstörern) und eine Landstationierung (THAAD?) in der Türkei erwogen, womit man sich eine nicht billige Entwicklung der zweistufigen Variante des 3-stufigen, bereits stationierten, groundbased Interceptors ersparen könnte (billiger wird es bestimmt nicht).

Man wird sehen, wie schnell die NATO sich mit ihren eigenen Ambitionen auf das plausibele Szenar einstellt; wahrscheinlich müssen wieder erst Studien vergeben werden.

Gespannt darf man auf die russische Argumentation sein. Nun muss die Bedrohung Russlands durch die U.S.A. so umgeschrieben werden, dass sie wieder passt.

{“Passt scho”, sagt man in Bayern}

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