Verteidigung/Sicherheitspolitik

Archiv: Freitag, 2. Oktober 2009

******parolen: P.S.

Wenn man nicht ahnt, oder sogar davon überzeugt ist, dass die Bundeswehr mit all ihren Zukunftstrategien sich bereits heute in der letzten Sekunde vor dem Mauer-Crash befindet, sollte man nicht weiterlesen. Halt!: Frage einen Überblicker im BMVg, musst Du hellhörig werden. Im sachverständigen Untergrund schaut man in den Abgrund.

Weil das für uns absehbar ist, quasseln wir über das, was der Bundeswehr bevorsteht. Ausgangshypothese ist, dass Anspruch (Konzeption) und (finanzielle) Wirklichkeit in absehbarer Zukunft vulkanisch aufbrechen wird:

  • Angesichts der absehbaren finanziellen Resourcen wird nur der Rüstungsbereich in der Ausgaben-Systematik (welche Rechnungen muss ich zwanghaft bezahlen) als “Sparkasse” verbleiben.
  • Zum Ende kommt der Drahtseilakt, einerseits den aufbrausenden Anforderungen der Kameraden im Einsatz nationale rüstungswirtschaftliche Erwägungen entgegenzustellen, die zwar in sich wohlbegründet sein mögen, aber allerwenigstens absolut lagefremd sind.

Der neue Verteidigungsminister wird sehr schnell entscheiden müssen, zu welcher Fraktion er gehört:

  • Die “Eichen”-Fraktion (was kümmert mich irgendeine Sau, die sich an mir reibt?),
  • oder die Buchhalter-Gesellen, die amtseifrig ihren zitterigen Finger erheben?

Natürlich müsste die gesamte Bw-Konzeption auf den Kopf gestellt werden. Einen Aspekt möchten wir heute schon reklamieren, die entscheidende Frage: Symmetrie oder Asymmetrie?

U.E. wird die Frage der Fähigkeit zur symmetrischen Kriegführung vor 2020 höchstwahrscheinlich keine Relevanz haben. Mit dieser Vorgabe müsste ein finanzgeplagter Kopf (um zu retten, was zu retten ist) entscheiden: Wir müssen in  die symetrischen Rüstungs-Vorhaben “grätschen” (die noch nicht unter Vertrag sind – WABEB/HAROB ist gerade durchgschlüpft). U.E. wären dies nach Studium des letzten verlässlichsten “Bundeswehrplans 2009”:

  • Mit der Marine schmerzt uns, dass die Fregatte F 123
  • (falsch! richtig: F 122) mit ganz erheblichen Betriebsausgaben in Dienst gehalten werden muss. Trotzdem:
    Darf man das Ersatzmodell Korvette 131 (ab 2016) in Frage stellen? (nur angesichts der Finanzlage);

  • Das (marine) Flugkörper-Abwehr-System RAM, Block II ab 2014. Toll, aber bezahlbar?
  • Das 2. Los des Super-U-Bootes U 212A in 2012. Very nice to have (aber die Auftragsbücher quellen wohl über?);
  • Den  supereichweitenden Luft/Luft-Flugkörper METEOR haben die Briten u.E. schon auf 2015 verschoben; im Bw-Plan 2009 ist er noch auf 2012 terminiert;
  • Der bei uns als “Unterstützungs”-Hubschrauber” (UH) so bezeichnete, traumhaft aber als Kampf hubschrauber bezeichnete TIGER sollte so “gestreckt” werden, dass es richtig weh tut;
  • Wenn man sich das rüstungswirtschaftlich ganz wichtige Projekt SYSFLA unter ganzheitlichen Aspekten betrachtet, hätte man sicher eine ganze Reihe von “bohrenden” Fragen;
  • WABEB (HAROB), das Denkmal-Projekt unseres amtierenden Heeres-Inspekteurs, General Budde (zukünftig wohl Vorsitzender des “Förderkreises Heer”), ist zwar “durchgeschlüpft”, sollte aber abgedreht werden;
  • Dagegen müsste ein (nur Beispiel) Projekt wie das “Lastengleitfallschirm-System” nicht im fernen 2014 ankommen;
  • Wenn noch jemand Priorisierungen vornehmen mag, sollte er sich das “Joint Support Ship” der Marine anschauen. NO GO?

U.E. steht uns nahe bevor:

  • “Schicksalhafte” Trends, wie die des deutschen Verteidigungshaushaltes, sind unabwendbar. Die zum eigenen Nabel geneigten Betrachter gewinnen systemisch;
  • Sollte der neue Minister der alte bleiben, findet die Beerdigung sowieso 1. Klasse statt;
  • Die kleine, aber exellente Schar der deutschen Rüstungsindustriellen wird alles zu tun haben, ihre Komptenz auf dem Weltmarkt zu behaupten;
  • Fast alle Spatzen pfeiffen es von den Dächern, dass die Bundeswehr sich in einer “Transfomation” befindet, die nach dem Motto “Macht doch, WATT ihr VOLT” verfährt.

{Nein, nein, alles *****hausparolen, blödes Gequatsche}
(P.S.: Die Politik beschliesst ihre Selbstbe(ent?)hauptung über den Haushalt)

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