Koalitionsvertrag: Drücke
Uijuuhijuhii – haben die Verteidiger ein Schwein! Die List der Weltgeschichte muss ein Einsehen gehabt haben nach ihrer 4-jährigen Leidenszeit. Wir teilen die allseits vergebenen Vorschusslorbeeren und freuen uns auf (Dr. jur.) Karl-Theodor Freiherr zu Guttenberg.
Den Koalitionsvertrag der neuen Regierung, vom 24. Oktober 2009 liest man als Fachidiot wenigstens ab Seite 105. Beachtlich finden wir, dass
* die EU-Sicherheits- und Verteidigungspolitik gewaltig nach vorn gebracht werden soll
(unsere französischen und britischen Freunde werden zucken);
* “der NATO-Rat (soll) wieder zum zentralen Ort der sicherheitspolitischen Debatte” werden (alte Schröder/Merkel-Forderung);
* die “nukleare Teilhabe” endet (in CDU und CSU muss sich wohl kein “Fighter” gefunden haben, der das “Glasperlenspiel” (H. Hesse; in memoriam Klaus-Peter Stratmann) der Nuklearstrategie der FDP überzeugend erklären konnte);
* die Bundesregierung das deutsche “Engagement in Afghanistan als eine Aufgabe von besonderem nationalen Interesse” definiert und “auch weiterhin einen der Bedeutung dieser Aufgabe angemessenen Beitrag leisten will”;
* “zusätzliche einsatzbedingte Aufwendungen für kurzfristige und unvorhersehbare Verpflichtungen” aus dem Einzelplan 60 bezahlt werden (wenigstens etwas).
Durch Änderung der Schriftgrösse wird man das zentrale Terrain des neuen Verteidigungsministers auf 1 Seite zusammendampfen können:
* Zum 1. 1. 2011 wird die Wehrpflicht auf 6 Monate reduziert. Das verborgenene, strategische Ziel der Wehrpflichtbefürworter ist sowieso nur noch die praktische Frage, wie man den jährlichen Ergänzungsbedarf an grob 20.000 Längerdienern bedient. Ohne Wehrpflicht, angesichts der demographischen Entwicklung, ist das ein unsicheres und teueres Unterfangen; zudem würde die Bundeswehr in ihrem Umfang von heute auf morgen von 250.000 Soldatinnen und Soldaten auf mindestens 180.000 absacken müssen (man könnte eine Vergleichsstudie in Auftrag geben);
* Freiherr zu Guttenberg hat mit dem Auftrag, eine Kommission einzusetzen, die “bis Ende 2010 einen Vorschlag für Eckpunkte einer neuen Organisationsstruktur der Bundeswehr … zu erarbeiten hat”, freie Hand für die Transformation “light” der Bw 2010+. Darüber kann man z.B. Heer und Luftwaffe zwingen, die Bereinigungen vorzunehmen, die die Marine schon geleistet hat – und noch viel mehr!
* So richtig das “Attraktivitätsprogramm” ist, um so mehr wird man nach dem Preisschild fragen müssen (das ist verdammt hoch);
* Die wehrtechnische Industrie wird gar nicht meckern können über den Rang, den sie im Koalitionsvertrag geniesst. Wenn es das BMVg wirklich schafft, die “wehrtechnischen Kernfähigkeiten festzulegen und umzusetzen”, dann hört endlich die Gültigkeit des bisherigen 5-seitigen Dokuments auf, in dessen Floskeln sich jeder wiederfinden konnte (findet man hier irgendwo);
* Die Tranche 3b des EUROFIGHTER ist deshalb nicht tot, weil die Strafzahlungen bei Nichtabnahme so teuer wären, als liesse man sich die 37 (?) Flieger auf den Hof stellen. Die Exportanrechnung ist ein eleganter Versuch, sich aus der Klemme zu winden;
* Nicht nur Tom Enders, AIRBUS-CEO, sondern alle deutschen, britischen, spanischen und französischen A400M-Freaks, werden fassungslos sein, wenn sie diesen einen Satz lesen, der wirklich so im Koalitionsvertrag steht (wer hat den so dahinein gebracht? – kann nur die FDP gewesen sein):
“Beim Rüstungsprojekt A 400 M besteht die Koalition auf vollständiger Erfüllung des Vertrages.”
Sorry – nach allem, was wir zu A400M je gelernt haben, müsste die buchstabengetreue Exekution (“vollständig”) dieses “Regierungsbeschlusses” das AUS des 20 Mrd. EUR-Projektes zur Folge haben. Die Briten werden “amused” sein, Sarkozy ist nicht der Einzige, der tobt.
Der (französische, spanische, deutsche) Lobbydruck wird jetzt erst richtig loslegen. Ob die CDU/CSU/FDP-Koalition diesen einen Satz nun wirklich soo ernst nehmen wird, muss man nicht unbedingt glauben.
{Politik ist doch nicht Physik: “Druck erzeugt Gegendruck” – Oder doch?}
Montag, 26. Oktober 2009 um 15:03
Total Off Topic:
Lieber Michael, gratuliere zum neuen Blog!
[Antwort]
Montag, 26. Oktober 2009 um 15:09
Sehr gelungen, Herr Forster. Oder besser gesagt: endlich!
[Antwort]
Montag, 26. Oktober 2009 um 15:24
Neues Blog, alter Bekannter: geopowers.net…
Es gibt ein neues sicherheits- und verteidigungspolitisches Blog. Das heißt, eigentlich nicht: Neu an geopowers.net ist, dass Michael Forster seine bislang unter geopowers.com auffindbaren Schätze, Gedanken und Verweise zu Strategie, Operation, Takti…
Montag, 26. Oktober 2009 um 15:26
Gratuliere Michael,
nun bist Du uns und Deinem Ex-Arbeitgeber wieder einen Schritt voraus. Wie war das mit der Kommunikation an der AIK? Gibts nicht, sagte mal einer
[Antwort]
Montag, 26. Oktober 2009 um 15:42
Gratulation zum neuen Blog, Herr Forster!
Der RSS-Feed wurde natürlich direkt abonniert. Freue mich auf die gewohnt gute Lekture, nun inklusive Kommentare.
[Antwort]
Montag, 26. Oktober 2009 um 16:41
Lieber Michael (Altvater),
herzlichen Glückwunsch zum neuen Block. Auch wir aus der Industrie können jetzt wieder fleißig mitmischen. Wow! oder besser Bumm?!
Beste Grüße und viel Erfolg!
[Antwort]
Montag, 26. Oktober 2009 um 16:52
Super, jetzt auch Dialog-Power bei Geopowers. Eine Frage: lässt sich die Headline-Liste auch im Blog layouttechnisch umsetzen? Die finde ich nämlich eine klasse Orientierungshilfe. (Sagt der konsequente Layoutverweigerer).
[Antwort]
MKnoefel Antwort vom Oktober 26th, 2009 19:27:
Hallo,
wir denken gerne über die Benutzerfreundlichkeit nach. Kleiner Wermutstropfen ist aber die Tatsache, dass hier auch von den Beiträgen neu begonnen wird. Ältere Beiträge bleiben vorerst bei geopowers.com. Da CSS für uns noch Neuland bedeutet, bitten wir noch um ein wenig Geduld bei der Optimierung.
Matthias K.
[Antwort]
Montag, 26. Oktober 2009 um 17:02
Was halten wir denn von der Eurofighter Passage? Ernste Gefahr für das Jagdbombergeschwader 33 oder nur ein Sturm im Wasserglas?
Was würde denn theoretisch passieren wenn bis 2012 nur 12 Eurofighter z.B in die Schweiz exportiert würden?
Bekäme Büchel dann nur 24 Maschinen? Das wäre wohl nicht nur logistisch unsinnig….
…und was passiert bei 30 exportierten Maschinen? Ein Geschwader mit 7 Eurofightern?
PS.
Auch von mir einen Glückwunsch zum neuen Format!
[Antwort]
Sascha Antwort vom Oktober 26th, 2009 19:36:
Da die “neue” Regierung alle Atomwaffen aus Deutschland verbannen will, sehe ich die Zukundt Büchels nicht besonders positiv….
[Antwort]
Thomas Meuter Antwort vom Oktober 27th, 2009 16:18:
@Sascha,
Ich kann es mir nur schwer vorstellen, dass Deutschland seine nukelare Teilhabe aufgeben kann ohne auf den Widerstand der USA zu treffen. Es gibt schon zuviele Nationen in Europa, die ihre nukleare Teilhabe aufgegeben haben. Die USA werden dies politisch sehr stark hinauszögern und erheblichen Druck auf die neue Regierung ausüben.
[Antwort]
Montag, 26. Oktober 2009 um 17:17
Glückwunsch zum neuen Blog, Herr Forster. Auf einen interessanten Meinungsaustausch!
Beste Grüße aus Kiel
Lars Petersen
[Antwort]
Montag, 26. Oktober 2009 um 17:19
Gratz zum Blog!
“5851 Bei der Beschaffung wehrtechnischen Materials werden wir Strukturen zur Sicher-
5852 stellung von Rechtsbeachtung und -befolgung schaffen.”
Weiß jemand, wer dieses Kuckucksei gelegt hat, warum und was daraus werden mag?
Sowas hätte ich nur nach einem erheblichen Rüstungsskandal erwartet – oder bei einem Koalitionsvertrag mit Grünen oder Linke.
[Antwort]
Georg Antwort vom Oktober 26th, 2009 20:14:
So genau weiß ich auch nicht, was dieser Satz bedeutet. Ich habe jedoch eine Vermutung, insbesondere in der Verbindung mit dem Satz von der vollständigen Vertragserfüllung des A400M-Vertrages.
Es gibt im Vertragswesen seit den Römern den Grundsatz, im Einvernehmen geschlossende Verträge müssen unter allen Umständen erfüllt werden. Ähnlich wie bei den Galliern unter Asterix und Obelix, wo es ein kleines Dorf gab, das sich den Römern erfolgreich widersetzte, gibt es bei der Rüstungsbeschaffung und Entwicklung Verträge, die nicht erfüllt werden und trotzdem wird die volle Summe bezahlt.
Ein Beispiel ist die Fregatte 124, das größte deutsche Softwareprojekt in den Jahren 2006, 2007 (?). Nach Fertigstellung der Fregatte war das Schiff eigentlich nicht zulassungsfähig zum Gebrauch auf den sieben Weltmeeren, d.h. die deutsche Zulassungsstelle für Schiffe wollte die Zulassung verweigern. Ohne Zulassung keine Abschlussrechnung, kein Geld für die Industrie. Ein Ausweg war die vorläufige Zulassung mit sofortige millonenschwerer Überarbeitung der Software im Hafen.
Das Gleiche passiert beim Eurofighter. Nachdem der Eurofighter die Endmontagehalle in Manching verlassen hat, geht er sofort ins “Retrofit”-Programm um auf den neuesten Stand, einsatzfähigen Stand (!) gebracht zu werden.
Der NH 90 kann nach Einrüstung der Einbauteile nur noch 400 kg Zuladung mitnehmen. Der Tiger kommt in seinem Leistungsspektrum nicht auf die im Lastenheft festgelegten Daten.
Nun liegt es auf der Hand, warum sollte man für ein Produkt, das nicht den vereinbarten Spezifikationen entspricht, den vollen Preis zahlen – außer bei der Rüstungsentwicklung. Bei Rüstungsgütern wird sogar noch Geld nachgeschoben, damit der Artikel einsatzfähig wird.
Wenn diese Praxis mit diesem Satz gemeint ist, dann wird es spannend für die rüstungstechnische Industrie werden !
[Antwort]
Montag, 26. Oktober 2009 um 18:00
Herzlichen Glückwunsch zum neuen Format, Herr Forster.
Mit dem Sprung ins Web 2.0 Zeitalter wird die Kommunikation deutlich leichter.
Als treuer Stammleser ihrer Nachrichtenseite (know-mail von 2001 !) freut es mich natürlich besonders, dass jetzt die bidirektionale Schnittstelle leichter funktioniert.
Ich wünsche Ihnen weiterhin so ein gutes Händchen beim investigativen Journalismus im militärischen und rüstungspolitischen Bereich.
@ Hermann
Die logische Konsequenz der Aufgabe an der “nuklearen Teilhabe” bedeutet, das das Geschwader in Büchel geschlossen werden wird.
Dann kommt, dass die bestellte Stückzahl der Eurofighter für 4 Geschwader auch dann gerade ausreicht (Laage, Neuburg, Nörvenich und Wittmund). Das Geld reicht ohnehin nur für die jetzt bereits bestellten Flugzeuge. Die 37 Flugzeuge für den Export anzurechnen, spart vermutlich Strafzahlungen.
(Komisch, dass Strafzahlungen nur immer eindirektional angewandt werden. Die vereinbarte Strafzahlung bei
Nichterfüllung des A400M-Vertrages, wurde von politischer Seite von EADS bsi jetzt nicht eingefordert).
[Antwort]
Montag, 26. Oktober 2009 um 18:17
Die Argumentation über die nukleare Teilhabe finde ich wenig überzeugend. Mit Einführung des Waffensystems Eurofighter wäre diese Funktion sowieso auf eines der verbliebenen Tornado Geschwader übergegangen.
Der Eurofighter war für die Sonderwaffenrolle nie vorgesehen.
Zumal man das Geschwader in Büchel wohl nicht nur auf die Sonderwaffenfunktion reduzeiren kann.
Falls das Jagdbombergeschwader 33 wirklich geschlossen würde, müsste die Luftwaffe mit nur einen Eurofighter Jagdbombergeschwader auskommen.
Die anderen Eurofighter Verbände sind reine Jagdgeschwader und haben kaum Expertise für den Luft-Boden Einsatz.
Nur ein Jagdbomberverband ist doch langfristig arg kümmerlich.
[Antwort]
Immaxim Antwort vom Oktober 27th, 2009 06:20:
Bloß weil die Geschwader derzeit so heißen, sind sie ja nicht zwingend auf eine Rolle festgelegt. Die Maschinen des JG 74 können wohl nicht viel mehr als jagen. Aber JaboG 31 und JG 71 werden mit Multirole-Maschinen ausgerüstet und können daher prinzipiell beides.
[Antwort]
Montag, 26. Oktober 2009 um 18:24
Glückwunsch zum neuen Blog von Namensvetter zu Namensvetter…:)
Was steht denn im Koalitionsvertrag zur Einsparung von 6% des Haushaltes der Dienststellen für 2010, um den Tiger/NH 90? nach AFG zu bringen?
[Antwort]
Montag, 26. Oktober 2009 um 19:01
@ Hermann
Über die Rolle des Geschwaders in Laage ist noch nicht endgültig entschieden…
[Antwort]
Herman Antwort vom Oktober 26th, 2009 20:21:
Eine Rollenänderung für das JG “Steinhoff”?
Das JG in Laage ist das Eurofighter Ausbildungsgeschwader mit einer Nebenrolle als Jagdverband.
Auf die Ausbildung wird man schwerlich verzichten können.
Zudem sind die meisten Maschinen des Geschwaders frühe Versionen der Tranche1 Eurofighter die selbst nach Upgrade auf Stand “Block5″ verbleiben werden.
Somit also über fast keine Luft-Boden Fähigkeiten verfügen.
Wie will man aus dem Haufen ein Jagdbombergeschwader zaubern?
[Antwort]
Georg Antwort vom Oktober 26th, 2009 20:47:
Nun der Auftrag eines Ausbildungsverbandes ändert sich bei einem eingeschwungenen System, soll heißen wenn die Erstausbildung aller Besatzungen abgeschlossen ist.
Die Block 5 Maschinen könnten auf den Block 8 Zustand nachgerüstet werden. Zumindestens für die 25 – 30 Bordcomputer wird dies sowieso mal nötig werden, denn die Chips für die Bordcomputer der 1. Generation werden irgendwann industriell nicht mehr produziert werden.
Ein Ausbildungsgeschwader könnte auch bei einer Rollenänderung zur Hälfte mit den Jagdmaschinen und die Hälfte mit dem JaBo-Lfz ausgerüstet werden.
Das eine Zweitrolle, hier Ausbildungsverband – dort Einsatzverband nicht besonders effektiv ist, wissen wir spätestens seit der Umfirmierung des JaboG 49 in FFB. Ausgeschlossen ist sie aber auch nicht !
Wenn man sich die Zielplanung von der Tornadostückzahl anschaut, gibt es auch keine Alternative für Büchel. Entweder Umrüstung auf Eurofighter oder irgendwann wird das Auflösungsdatum des Geschwaders festgelegt werden !
[Antwort]
Immaxim Antwort vom Oktober 27th, 2009 06:18:
Eine Änderung des Auftrages des JG 73 ist relativ unwahrscheinlich. Der Verband ist gerade mal auf die Ausbildung im eingeschwungenen Zustand ausgerichtet. Derzeit tut man sich sehr schwer, alle Umschüler abzuschulen. Das erzeugt einen Stau bei den Erstschülern, Ende ungewiss. Nur gut, dass der EF so verzögert kommt. In der Zielstruktur wäre vielleicht noch eine QRA drin.
[Antwort]
Georg Antwort vom Oktober 27th, 2009 06:27:
Mag sein, dass sich das JG 73 momentan schwer tut, die Umschüler, die Piloten abzuschulen.
Der Engpass liegt aber vermutlich bei zu wenig vorhandenen startklaren Maschinen, nicht bei den personellen Resourcen. Das bedeutet hätte das JG 73 mehr Maschinen zur Verfügung, könnte sie die Umschüler auch zügiger abschulen.
[Antwort]
Immaxim Antwort vom Oktober 27th, 2009 06:33:
Ja, aber trotzdem ist der Umfang des Geschwaders, was Personal und Maschinen angeht, eigentlich gar nicht auf Umschüler ausgelegt, sondern lediglich auf den geplanten jährlichen Umfang an Erstschülern plus Fluglehrer, Waffenlehrer usw.. Das liegt auch an den höheren fliegerischen Standards, mit denen der Schüler das Geschwader Richtung Heimatverband verlassen soll.
[Antwort]
Montag, 26. Oktober 2009 um 23:32
Ich hätte da jetzt mal als Zivilist eine dumme Frage:
Welche Luft-Boden-Einheiten und -Systeme hat die BW denn eigentlich?
Ich weiß von irgendwelchen Tornados, aber wieviele wären denn das, und welche Fähigkeiten haben sie? (Ich weiß von irgendwelchen Kassettenbomben zur Panzerbekämpfung, weil die anno Kohl mal einen Riesenaufreger in der ARD gemacht haben. Und dann wurde im Jugoslawienkrieg eine Brücke zerbombt, IIRC eine Luftbodenrakete.)
[Antwort]
Immaxim Antwort vom Oktober 27th, 2009 06:25:
Die Luftwaffe behält nach Umrüstung (in der Zielstruktur) ein Geschwader in der Rolle Aufklärung (AG 51) mit TORNADO und UAV. Weiter verbleibt das JaboG 32 mit TORNADO in der ECR und IDS. Diese bedienen im Verbund die Rolle SEAD. (@ Hermann: die Nukleare Teilhabe hängt auch wesentlich am Standort, nicht nur am Waffensystem. Zumindest der ECR kann das aber auch nicht und von den IDS verbleiben jeweils 14 pro VErband. Etwas mager).
Dazu kommen zwei Verbände mit EF Multirole.
[Antwort]
Thomas Meuter Antwort vom Oktober 27th, 2009 17:51:
@califax,
Luft-Bodenwaffen der “Deutschen Luftwaffe”:
- MAW 350 TAURUS Marschflugkörper
- GBU 24 lasergesteuerte Eisenbombe
- MAW 1 Flächenwaffen mit Submunitionen gegen Flugzeuge, Fahrzeuge, Landebahnen und Infrastruktureinrichtungen gegen Ziele auf Flugplätzen
- AGM 88 HARM Anti-Radar-Lenkflugkörper
- Eisenbomben unterschiedlichster Größe
- Nukleare Bombe B61 (im amerikanischen Besitz, Teil der nuklearen Teilhabe)
- BL755 Clusterbombe (wird nicht mehr verwendet)
- JDAM-gesteuerte Bombe, Interation angelaufen
- HOPE/HOSPO gesteuerte Gleitbomben (Demonstratorphase)
[Antwort]
Immaxim Antwort vom Oktober 27th, 2009 18:43:
@Thomas Meuter,
die MAW wird ebenfalls nicht mehr genutzt.
[Antwort]
Dienstag, 27. Oktober 2009 um 18:00
Sehr geehrter Herr Forster, ich wünsche ihnen und uns allen interessante Beiträge und höhere Einsichten. Glückwunsch zum Blog.
[Antwort]
Dienstag, 27. Oktober 2009 um 18:13
“Freiherr zu Guttenberg hat mit dem Auftrag, eine Kommission einzusetzen, die “bis Ende 2010 einen Vorschlag für Eckpunkte einer neuen Organisationsstruktur der Bundeswehr … zu erarbeiten hat”, freie Hand für die Transformation “light” der Bw 2010+. Darüber kann man z.B. Heer und Luftwaffe zwingen, die Bereinigungen vorzunehmen, die die Marine schon geleistet hat – und noch viel mehr!”
Das noch viel mehr wäre deutlich interessant. Entweder gibt es keine Gerüchte oder die ganz hohe Führung hält wirklich dicht. Wenn man allerdings die Verkürzung der Wehrpflicht ihre angedeutete Transformation bei Heer und Luftwaffe dazu nimmt, kann es ja nicht dabei bleiben diese Teile herauszuschneiden und das war es. Einen personellen Hierarchiekegel hinzubekommen, sollte wenigstens ansatzweise gelingen. Einher damit gehend eine Befehlsstruktur aus einem Guß. Was mich insgesamt allerdings betrübt, ist die Aussicht, das es nicht in erster Linie darum geht die Bundeswehr effizienter und effektiver zu machen, sondern darum Haushaltslöcher zu stopfen. Wie immer?
[Antwort]
Georg Antwort vom Oktober 27th, 2009 21:17:
@BausC,
ich glaube es geht schon darum die Bw effizienter und effektiver zu machen.
Schauen Sie sich doch die jetztige Struktur der Bw an. Was trägt z.B. die Luftwaffe zur momentanen Gefahrenabwehr für Deutschland und seine Bürger bei ?
Wir haben eine Luftwaffe, die in weiten Teilen mit den Luftwaffen anderer Nato-Staaten nicht mehr kompatibel ist, das gleiche gilt im Prinzip auch für die Marine. Wenn z.B. die Portugiesen das Flagschiff eine Nato-Verbandes stellen, braucht es spezielle Verfahren, dass die deutschen Schiffe an das Führungssystem angebunden werden können, da die deutsche Marine in weiten Teilen keinen Datenfunk (Link 16) hat.
Wenn Sie sich die Lw anschauen, dann dümpeln die Geschwader so vor sich hin. Der Aufklärungseinsatz der Tornados in AFG, bis vor kurzem mit Fotos, die chemisch entwickelt werden mussten, ist Technologiestand 1970-80. Seit September gibt es ganze zwei Recce-Pods light, mit denen Aufklärung mit digitaler Fotografie und entsprechender Echtzeitübertragung möglich ist. Aufklärungsdrohnen, außer für den Nahbereich, haben wir nicht. Unsere Transall ist zwar relativ zuverlässig, aber es ist kein vernünftiger taktischer und strategischer Lufttransport damit mehr möglich, wenn wir an einen heißen Sommertag von Termez nach Kabul ganze 1000 kg, also eine Tonne Nutzlast mit der Transall transportieren können. Ein Nachfolgemodell ist sein 10 Jahren überffällig.
Die Hälfte des Instandsetzungstitels des Heeres wird für die Heeresfliegertruppe benötigt. Wo ist die effektive Gegenleistung für die reingesteckten Euros ?
Wir schaffen es ganze 6 CH 53 in AFG einzusetzen, es sind von den ca. 70 CH53 nur 20 umgebaut und erweitert worden für den AFG-Einsatz (CH 53 GS)
Der Tiger hat Triebwerke bekommen, die in AFG wegen der Höhenlage und der Hitze nicht eingesetzt werden können. Außerdem ist durch politische Fehlentscheidugen der Nutzwert der Tiger für die Truppe sehr reduziert worden (Unterstützungshubschrauber statt Kampfhubschraueber). Waffensysteme werden nicht auf die Anforderungen der Truppe optimiert, sondern auf die möglichen Exporte der Rüstungsindustrie, oder aber wie im Falle Eurofighter zur Finanzierung der Grundlagenforschung im industriellen Bereich genutzt. (Ohne Eurofighter kein Airbus A 380)
Der NH 90 kommt nicht nur um Jahre zu spät, sondern trägt im aufgerüsteten Zustand nur noch netto 400 kg Nutzlast. Die 40 Jahre Bell UH 1D startete mal mit 1000 kg Nutzlast.
Also in der Summe ist die Ausrüstung der Bw durch die gelieferten Produkte der wehrtechnischen Industrie ein Fiasko !
Ein Milliardengrab mit wenig Output. Wenn jetzt beschlossen wird, genauer auf die einzelnen Fähigkeitskategorien zu schauen, kann man das nur begrüßen.
Vielleicht liegt die Zukunft der deutschen Armee im Rahmen des Fähigkeitsverbundes der NATO und der EU bei den Landstreitkräften.
Dann müssten wir allerdings erheblich bei den aufgewendeten Rüstungsmitteln umsteuern !
[Antwort]
Loyal_aber_kritisch Antwort vom Oktober 28th, 2009 07:02:
@Georg,
ich frage mich, woher die 400kg für den NH90 kommen. Nachvollziehen kann ich diesen Wert nicht.
Bei diesem “Vogel” vermute ich viel mehr die Probleme in der Ersatzteilversorgung. Oder wie läßt es sich erklären, dass – nach Insiderangaben – für die ersten Maschinen in Bückeburg keine Ersatzteile mehr gefertigt werden? Gehen die Luftfahrzeuge zurück, wenn sie nicht mehr gebraucht werden, oder war es vielmehr wie beim Eurofighter, getreu dem Motto: Erst einmal liefern und dann nachbessern???
[Antwort]
Georg Antwort vom Oktober 29th, 2009 06:20:
@Loyal_aber_kritisch,
bei den Maschinen in Bückeburg ist es wahrscheinlich genauso wie mit den ersten Eurofightern. Ohne es genau zu wissen, vermute ich, dass die Maschinen in Bückeberg die ersten Serienmaschinen sind. Vorher gibt es die Nullserie, also die Erprobungstypen. Jetzt ist es aber oftmals so, dass die ersten Serienmaschinen noch nicht den endgültigen Serienzustand in der Ausstattung, den verwendeten Bauteilen, den verwendeten Computern usw. haben. Es liegt die Vermutung nahe, dass bei den ersten Serienmaschinen einfach noch die vorhandenen Komponenten der Nullserie verwendet werden, um sie aufzubrauchen.
Dies ist auch aus einem zweiten Aspekt heraus zu vermuten. Moderne Militärflugzeuge sind was ihren Konfigurationszustand betrifft, also welche Computer sind in der speziellen Maschine verbaut worden, welche Softwareversionen sind auf die Computer aufgespielt worden, welcher Konfigurationszustand funktioniert mit welcher Softwareversion usw, praktisch Unikate, insbesondere in der Anfangsphase der Produktion.
Da die deutsche Militärflugzeugentwicklung über Jahrzehnte gestreckt worden ist, (NH 90 = 1990+, Jäger 90 = 1990+), kann man sich vorstellen auf welcher Technologiebasis diese Flugzeuge entwickelt wurden. (Was hatten Sie 1990 für einen Computer und was haben Sie heute für ein Modell ? )
Dies bedeutet natürlich auch, dass für die ersten Modelle keine Ersatzcomputer mehr möglich sind, weil die Industrie die Chips nicht mehr herstellt !
Für das technisch logistische Management für diese “neuen” Waffensysteme bedeutet dies ein Obsoloszensenmanagement von der ersten Stunde an, also auf gut deutsch kristische Ersatzteile identifizieren und auf den Weltmarkt die Restbestände aufkaufen und bunkern !
[Antwort]
Dienstag, 27. Oktober 2009 um 21:57
Danke Georg für ihre ausführliche Antwort. Wieder stellt sich am Ende die Grundsatzfrage: Was wollen wir mit der Bundeswehr? Den vielen Strömungen kommt eines in die Quere, der Krieg in Afghanistan, neben den vielen anderen Einsätzen, der Gipfel bisheriger Auseinandersetzungen der Bundeswehr. Möchte dabei niemandem zu Nahe treten. Auch viele andere Soldaten haben ihren Beitrag geleistet. Aus meiner Sicht verbietet es sich herumzulamentieren, das Für und Wider eines Projektes mit der x-ten Vorlage zu pulverisieren. Die heimische Rüstungsindustrie zu unterstützen ist eine gute Aufgabe. Aber nicht die Erste. Wie jeder neue Minister will auch Herr von Guttenberg auf viele Pferde gesetzt werden. Eine Umkehr, zur Erfüllung der “Warfighter Needs” ,als vornehmste Aufgabe in diesem Zusammenhang, kommt einem Paradigmenwechsel gleich. Hoffe dieses Ross steht gesattelt da. Wichtig scheint mir, in diesem Zusammenhang, das dies nur MIT der Rüstungsindustrie geht. Aber nicht als Bittsteller sondern potenter Auftraggeber, der im Zweifel auch mal woanders kaufen darf. Beim Fähigkeitsverbund innerhalb der NATO und/oder EU hab ich so meine Zweifel. Bei denen von Ihnen angesprochenen Projekten, geht es gerade um multinationale Rüstungsprojekte, die allesamt mindestens auf der Zeitachse, ins Beinkleid gegangen sind. Eine klare Ansage sollte sein: Jeder darf gerne Geld verdienen, wenn die Soldaten das bekommen was sie brauchen. Und zwar subito! Ich weis das dies, was die Einstellung anbelangt, die Goldrandlösung wäre. Darf es denn angesichts von jungen Menschen (18+ d.h. Jahrgang 1991) die für uns ihr Leben einsetzen anders sein?
[Antwort]
Mittwoch, 28. Oktober 2009 um 08:31
Guten Morgen,
der Koalitionsvertrag als “Maus-freundliche” Klick-Variante: http://jeenaparadies.net/t/Koalitionsvertrag-CDU-CSU-FDP-091024.html
[Antwort]
Dienstag, 24. November 2009 um 21:01
Wäre es eigentlich nich schlauer das JaBoG 33 auf den Eurofighter umzurüsten, um damit noch über zwei Jabo-multirole Geschwader zu haben. Und notfalls das Jagdgechwader 71 aufzulösen ?
Ich meine das Jagdgeschwader 71 könnte notfalls die QRA für den Norden übernehmen und man hätte halt wenigsten zwei vollwertige Jabo-Geschwader und ein Jagdgeschwader für Einsätze …
[Antwort]
Dienstag, 24. November 2009 um 21:03
Wäre es eigentlich nich schlauer das JaBoG 33 auf den Eurofighter umzurüsten, um damit noch über zwei Jabo-multirole Geschwader zu verfügen und notfalls das Jagdgechwader 71 aufzulösen ?
Ich meine das Jagdgeschwader 73 (als Ausbildungsverband) könnte notfalls die QRA für den Norden übernehmen und man hätte halt wenigsten zwei vollwertige Jabo-Geschwader und ein Jagdgeschwader für Einsätze …
[Antwort]