SAATEG XV: pack das
Heute gegen 10 Uhr wird man auf http://www.rheinmetall-defence.com/ eine Pressemitteilung finden, die die Unterzeichnung des Vertrages über das Leasing von unbemannten Aufklärungsflugzeugen (UAV) des Typs HERON 1 des israelischen IAI-Konzerns feiert, die RHEINMETALL als Generalunternehmer zu verantworten hat.
Die Zeremonie der Vertragsunterzeichnung hat allerdings schon vor 5 Tagen (23.10) im Bundesamt für Wehrtechnik und Beschaffung (BWB) in Koblenz stattgfunden. Somit fällt die Entscheidung noch in die Amtszeit von Verteidigungsminister Jung, der auch heute verabschiedet wird.
Im grossen Gewusel der Regierungsbildung und der Konstitution des neuen Parlaments könnte leicht die Fragestellung untergehen, ob den Empfehlungen der amtlichen Experten vom 8. Oktober hinsichtlich Leistungsproblematik des Vertragsgebers denn genügend entsprochen worden ist. Wer das 8.Okt.-”Gutachten” hat, braucht nur noch den Vertragstext vom 23.10., um sein (verschwörungstheoretisches) Misstrauen zu besänftigen. Kandidaten für solche Investigation sind eigentlich nur die alten und zugleich neuen Mitglieder des Haushaltsausschusses, die den Verteidigungshaushalt beackern und mit dem Vorgang bestens vertraut sind (mindestens einer ist bekannt).
{pack das und veranda}
Mittwoch, 28. Oktober 2009 um 10:57
Es scheint als würden sich die Befürchtungen aus dem Gutachten vom 8.Oktober bestätigen.
Aufnahme des Flugbetriebes erst Ende März 2010 und auch keine Betreiberlösung.
Wie ist es eigentlich möglich das eine Firma eine Ausschreibung mit einem Angebot gewinnt, dieses Angebot aber später gar nicht Vertragsinhalt wird?
Ärgerlich, dann kann man sich die Ausschreibung auch gleich sparen.
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Mittwoch, 28. Oktober 2009 um 12:01
War nicht von Anfang an klar, dass Rheinmetall und nicht IAI Logistik und Inst übernehmen?
Was bedeutet 2 Systeme und 3 Drohnen? Was ist in diesen System alles enthalten? Kann damit bereits die Drohne aus Deutschland gesteuert werden, oder muss das gesamte TEAM nach Afghanistan?
pi
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Immaxim Antwort vom Oktober 28th, 2009 19:26:
@politisch inkorrekt,
das Team muss mit, der Einsatz wird nicht von Deutschland aus möglich sein. Dazu dürfte auch die notwendige Satelitenkapazität kaum vorhanden sein. 2 Systeme sind zwei Bodenstationen zur Steuerung und 3 Drohnen in der Luft. Damit ist es möglich (wenn alles einsatzbereit ist) ständig eine Drohne über einem aufzuklärenden Gebiet zu haben.
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Mittwoch, 28. Oktober 2009 um 15:59
@Herman
wer wundert sich denn über so etwas? Es gilt schließlich schon als Sensation, dass der Koalitionsvertrag im Hinblick auf die Wehr-Beschaffung ausdrücklich festhält, dass die Verträge einzuhalten sind. Natürlich glaubt kein Mensch, dass diese Vorgabe auch umgesetzt wird. dann wären nicht nur EADS/Airbus Ind. pleite. Aber immerhin haben die Politiker damit mal der Industrie ins Stammbuch geschrieben: “wir haben gemerkt, dass ihr uns besch . . .”. Der Rest ist taktisches Einmaleins im bürokratischen Grabenkrieg: Die Ausschreibung dient dazu, bis zur Vergabe Einflußnahmen von außen abzublocken. Hinterher wird dann ohnehin individuell verhandelt und auf Diensleistungen statt Produkt-Lieferung abgestellt. Ergebnis: Vorher kann keiner Fragen (Ausschreibung: streng geheim bis zum Eröffnungstermin) und nachher wird individuell verhandelt (streng geheim wg. Datenschutz).
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Mittwoch, 28. Oktober 2009 um 16:44
Hallo,
ich befürchte, dass dieser Leasingvertrag nur ein Hinhalten ist, bis EADS mit ihrem UAV in der Lage ist, einen Erstflug durchzuführen.
Leider vergessen die unterzeichnenden Herren dabei, dass sie Geschäfte machen, mit einer Firma, welche nie Wort (oder besser: die ZUGESICHERTEN Vorgaben) halten konnte.
Ich persönliche gebe gerne jemanden eine 2. Chance, wenn ich glaube das der Betreffende es besser kann. Aber EADS ist leider eine Firma, welche nicht mal in der Lage ist den NH90 für die Bundeswehr fertigzustellen. Geschweige denn die Ersatzteile für die bereits gelieferten Maschinen zu liefern.
Mal eine Frage an die Menschheit: Was wiegt ein Pilot wohl durchschnittlich? Beim NH90 sollte er möglichst leicht sein
Vielleicht sogar so leicht, dass sich zum Ausruhen mal auf die Heckklappe setzen kann, nachdem er quer durch Afghanistan geflogen ist… Doppeltes:
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Loyal_aber_kritisch Antwort vom Oktober 28th, 2009 16:52:
@Loyal_aber_kritisch,
Ergänzung: Es geht hier in erster Linie nicht um EADS, das ist mir bewußt. Nur finde ich es schade, dass die Firma Rheinmetall nicht einen festen Vertrag mit ihrem System erhalten hat, um die Bundeswehr konsequent über die nächste Dekade oder gar 2 Dekaden kontinuierlich zu versorgen. Ich erwarte von der Politik folgendes: EADS wird irgendwann den Erstflug starten. Systeme ausliefern und dann erst mal nachbessern. In der Zwischenzeit konnten die bei der Bundeswehr Verantwortlichen sich in die Stärken und Schwächen einarbeiten. Und wenn es dann erst mal gut läuft: SCHWUPPS, eine Reform mit nicht ausgereiftem Material…
Der “Karren” der Bundeswehr scheint sich gerade in die Wand zu bohren.
Schade eigentlich Bundeswehr. Ich habe dich mal richtig lieb gehabt!
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para Antwort vom Oktober 29th, 2009 04:13:
@Loyal_aber_kritisch,
Heron ist auch nicht der groesse Wurf und wurde ueber politische Interessenlagen und nicht ueber tatsaechliche Einsatzfordungen entschieden. Die Franzosen sollen damit nicht sensationell gluecklich sein und bei den Tuerken gabs zwei Abstuerze. Sowas muss man wirklich nicht ueber ein Jahrzehnt vertraglich fixieren, die Optionen muessen offenbleiben (*hust* Reaper…)
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Loyal_aber_kritisch Antwort vom Oktober 29th, 2009 07:00:
@para,
aber wie kann so eine Lösung deiner Meinung nach aussehen? Die Ausbildung der Soldaten muß für jedes System speziell erfolgen, die Kosten für das Waffentraining steigen, weil die Betriebskosten hoch sind. Geschweige denn von der Möglichkeit überhaupt zu trainieren, bei der geringen Stückzahl. Gut, es gibt für fast alles auf dieser Welt Simulatoren, aber soll die Bw alle paar Jahre neue bauen, da sie untereinander nicht kompatibel sind? Leider gibt es keine “Musterlösung”.
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Donnerstag, 29. Oktober 2009 um 10:23
Na ja, die simpelste Loesung waere gewesen, sich gleich fuer Reaper zu entscheiden und damit ist gut. Das Muster ist gut genug, um ueber locker ein Jahrzehnt genug Spielraum bzgl aller Kapazitaeten (Aufklaerung, Leistungssteigerung, evtl Bewaffnung) zu haben. Die Zusammenarbeit mit den USA beim Training ist in der Luftwaffe fest etabliert (Holloman AFB, Verbindungsoffiziere etc), bei UAV-Beschaffung gibts Praezedenz (EuroHawk).
Die BW muss nur deswegen nun alle paar Jahre neu entscheiden, weil sich die Politik aus eigenen Gruenden (EADS plus Kumpelei mit Israel) ueber deren Anforderungen hinweggesetzt haben und nun ein System beschafft wird, das praktisch am Ende seiner Ausbaufaehigkeit angekommen ist.
Deswegen haben die Israelis ja auch Heron TP aka Eitan entwickelt, das war aber vermutlich zu teuer oder nicht gefordert verfuegbar oder wegen Bewaffnungsmoeglichkeit zu boese (dito Reaper), ich kann nur spekulieren. Also Heron 1 fuer eine Dekade oder mehr ans Bein fesseln wegen Kostenglaettung? So darf Kapazitaet in den Streitkraeften einfach nicht definiert werden, ansonsten haetten wir auch einen 20-Jahres-Liefervertrag mit Mercedes ueber Woelfe ohne Minenschutz, die wir nicht brauchen.
Da muss ueber kurz oder lang eh eine Ergaenzung her, das bedeutet also in jedem Fall neue Kosten. Die Frage wird nur sein, ob man sich vom Hoflieferanten ueber den Tisch ziehen laesst oder im Zweifelsfall zum Geraet des boesen, kriegsluesternen, aber kompetenten Amerikaners greift (oder die Kumpelei mit Israel fortsetzt und Heron TP beschafft…wenn EADS scheitert, evtl der wahrscheinlichste Fall).
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Donnerstag, 29. Oktober 2009 um 11:26
Es ist doch ziemlich normal dass eine Firma so wie Eads wird wenn sie schlecht erzogen wird.
Das ist in Europa wie in Amerka oder Indien das gleiche Spiel.
Das einfachste wäre wohl das der Vertragsunterzeichner seitens der Firma (sollte ja mindestens Tier2 der Führungsrige sein) vollhaftet bei Vertragsnichteinhaltung. Dann muss man nicht die Firma zerstören und jmd ist dann sehr bedacht darauf dass ein Projekt ordentlich verläuft.
Ist Talarion (EADS MALE-drohne) wirklich eine Risikoprojekt? Barracuda ist ja geflogen, insofern ist auch schon ein Teil der Software vorhanden, der Flugkörper selber dürfte ja kein Problem darstellen, Antrieb ist ja auch verfügbar.
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para Antwort vom Oktober 29th, 2009 11:47:
@Defiant,
Na ja, Barrakuda ist geflogen und abgestuerzt. Die Zelle von Talarion ist komplett neu und baut nicht auf vorherigen Erfahrungen mit Barrakuda auf. Wieviel von der Software verwendungsfaehig ist und inwiefern das das Gesamtprojekt wirklich voranbringt, sind auch zwei Themenkomplexe. Die Partner drucksen rum, GB ist wahrscheinlich eh nicht von der Partie (Mantis UAV), Italien hat Reaper geordert und Frankreich schielt auch ueber den groessen Teich. Da muss EADS schon mehr einfallen als zwei Modelle und ein paar Bilder.
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Defiant Antwort vom Oktober 29th, 2009 12:56:
@para,
EADS hat immer noch den groesseren Steuermittelrückfluss, und was die anderen Europäer bestellen ist groesstenteils erstmal Zwischenlösung für aktuelle Auslandseinsätze.
Die Amis sind ja auch nicht gerade bekannt für Ihre Bereitschaft für Offset-Verträge.
Ich bin nicht gerade pro-EADS, aber das Know-how für unbemannte Fluggeräte sollte man sich in Europa auch aufbauen. Wenn es schon ein LAnd wie Israel fertig bringt sowas in die Luft zu bekommen, sollte das in Europa doch auch funktionieren.
Barracuda hat auch keine Milliarden gekostet, und der zweite Prototyp ist ja scheinbar noch ganz.
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para Antwort vom Oktober 29th, 2009 14:14:
@Defiant,
welcher zweite Prototyp? Soweit ich weiss, gabs nur ein fliegendes Exemplar und das ist weg. Ansonsten kenne ich nur ein Static Display.
Thema USA und Offsets vs heimische Wirtschaft…sagen wir es mal so…die USA werfen Offsets nicht jedem hinterher, so wie man das aus Europa kennt, wo der Wettbewerb ein wenig haerter ist. Kooperation gibt es aber bereits, bei GlobalHawk und ich wuesste nicht, warum man eine aehnliche Vereinbarung nicht auch ueber ein Reaper-Derivat abschliessen koennte. Priviligiert genug dafuer ist Deutschland auf jeden Fall (die USA wollten unlaengst Global Hawk zb. an Suedkorea ueberhaupt nicht verkaufen).
EADS und sein Steuermittelrueckfluss finde ich wenig berauschend, wenn dafuer ein Pleiteprojekt rauskommt, weil man sich uebernommen und zu grosse Versprechungen gemacht hat. Also sorry, aber die EADS-Bilanz ist alles andere als ueberzeugend, da stellt sich fuer mich ernsthaft die Frage nach dem verantwortungsgemaessen Umgang mit Steuergeldern. Ansonsten folgen wir dem indischen Modell…Geld reinschuetten ueber Jahrzehnte und hoffen, dass am St.Nimmerleinstag mal was rauskommt.
Der Satz “wenn es schon ein Land wie Israel…” ist ein wenig irrefuehrend. Israel hat in der Hinsicht ein viel solideres Funding als Deutschland…die israelische F&E ist mit der amerikanischen verzahnt, die Entwicklung und Erprobung von Heron/Heron TP fand teilweise in den USA statt. Am Ende wird alles weitestgehend national ausgestattet, aber das Endresultat taeuscht sehr ueber die dahinter liegenden Beschaffungsvorgaenge hinweg.
Ich bin weder pro- noch kontra-EADS. Ich bin pro-Europa, aber das bedeutet nicht, dass man Wassertraeger fuer eine Industrie sein muss, die selbst nicht pro-Europa, sondern in uebergewichtigem Mass pro-Nettogewinn ist. Natuerlich sollte Europa eine eigene Know-how-Basis entwickeln, aber Frankreich und GB machen beide vor, wie es auch prima ohne EADS funktionieren kann, mit Mantis und nEuron. Warum nicht zb. bei denen einsteigen? Ist auch Europa.
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para Antwort vom Oktober 29th, 2009 14:17:
@ Nachtrag:
Okay, ich hab mich gerade informiert bzgl Barrakuda…anscheinend hat man nach dem Absturz den zweiten Prototyp gebaut. Fragt sich immer noch, wohin das Programm geht. EADS hatte nach dem Absturz gesagt, sie wollten sich auf MALE konzentrieren. Alles etwas undurchsichtig.
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