Tanker/Kunduz II: Köpfe
Gestern hat Verteidigungsminister Freiherr zu Guttenberg mit seiner Rede vor dem Deutschen Bundestag seine Beurteilung der Tanklastwagen-Bombardierung vom 6. November “korrigiert”: Sie war militärisch eben nicht angemessen
(das Wortprotokoll der Rede hat die Internet-Seite des Deutschen Bundestages wohl erst heute parat. Wenn “bundeswehr.de” seine technischen Fähigkeiten ausspielen würde, hätte man den gesprochenen Wortlaut nach 5 Minuten; es gibt nämlich Menschen, die wesentlich schneller schreiben können, als jemand redet; wir kennen so Einen).
Absehbar ist, dass diese als “Volte” gebrandmarkte Meinungsumkehr des Ministers dem Meinungsklima in den Streitkräften (und bei den “strammen” Zivilisten) gar nicht gut tun wird. Wildes Eindreschen von Militär- auf Zivilgesellschaft – und umgekehrt – ist nicht sinnstiftend.
Unsereins meint ganz unbescheiden, decodiert:
- Besonders die deutsche Zivilgesellschaft hat irgendwie, tiefvergraben, doch den Verdacht, dass Soldaten Killer sind. Oberst Klein wollte töten, so der SPIEGEL letzte Woche. Mancher Zeitgenosse schiebt gern dem Anderen unter Zurhilfenahme eines uralten Vorurteils etwas unter, um die Stammtischhoheit zu behalten;
- SoldatInnen (hier folgend als Soldaten bezeichnet) haben einen vergleichbar kruden Meinungssockel:- Sie möchten, dass die gesamte Gesellschaft zu 100 %, wie “ein Mann”, hinter ihrem Auftrag steht. Sollte es zu “Verfahrensfehlern” kommen, erwartet die Truppe, nicht in “Nestbeschmutzung” zu verfallen, sondern stramm zu stehen.
Die unbeschwerte Meinungsfreiheit der Zivilgesellschaft sollte die Truppe nicht daran hindern, ihre Hausaufgaben ganz sorgfältig auszuführen (“Der Hinweis auf einen anderen Misthaufen ist nicht die Entschuldigung für den eigenen”):
- Kameraderie ist, wenn man das allerletzte Argument vorbringt, um verständnislosen Zivilunken die *****-Situation zu erklären, in der “jemand” gesteckt hat;
- Unisono ist nur die Berufsgruppe der Soldaten, Polizisten und Feuerwehrleute diejenige, deren Handeln unter extremsten Irritationsfaktoren steht, und von daher schon besonderer Nachdenklichkeit bedarf;
- Alle erdenklichen Einschränkungen der Entscheidungshilflosigkeit dürfen aber nicht dazu führen, dass Diskussionen “im Nachhinein” sakrosankt sind (davon wird man die Zivilgesellschaft never ever abbringen können);
- Drill war nie Innere-Führung-feindlich. Die “Rules of Engagement” (RoE), die entscheidenden Passagen des Kriegsvölkerrechts, haben vorrangig Teil des Drills zu sein.
Ist da jemand, der in Leben/Tod-Fragen Fehlerfreiheit beanspruchen kann?
{Urteilen ist nicht, dass unbedacht nur Köpfe fliegen}
Freitag, 4. Dezember 2009 um 09:14
“Besonders die deutsche Zivilgesellschaft hat irgendwie, tiefvergraben, doch den Verdacht, dass Soldaten Killer sind. Oberst Klein wollte töten, so der SPIEGEL letzte Woche. ” So wichtig ist der Spuiegel ja denn doch nicht. Und ein Blick quer durch die Presse (etwa bei DLF) zeigt, dass es überwiegend abwägende Stimmen gibt, Spiegel-ungen finden sich da kaum.
Das Problem liegt ja auch letztlich darin, dass die Leute sich einfach – und völlig zurecht – belogen fühlen. Das ist vielleicht das schlimmste Erbe, dass dieser billige Gauner FJ Jung hinterlässt: Durch die beständigen Täuschungen, Beschönigungen und platten Lügen über den Krieg in AFG hat er das Vertrauen in der Bevölkerung untergraben. Es sähe sicher besser aus mit dem öffentlichen Rückhalt, wenn man den Leuten reinen Wein eingeschenkt hätte – wenn auch sicher nicht so ideal, wie die Soldaten es sich so vorstellen und wünschen.
[Antwort]
Freitag, 4. Dezember 2009 um 09:40
@Zivi
In der analyse gebe ich Ihnen Recht, die Leute fühlen sich verarscht und belogen und daher sinkt die Zustimmung.
Wenn es der Politik und zwar allen demokratischen Parteien, nicht gelingt die Notwendigkeiten des politischen Tagesgeschäfts der Bevölkerung zu vermitteln, dann muß sie sich nicht wundern wenn ihr die Leute von der Fahne gehen.
Leider ist es aber so das von Wahl zu Wahl und dazwischen von Meinungsumfrage zu Meinungsumfrage regiert wird.
Soll doch allensbach & Co. die Regierungsgeschäfte übernehmen, das wäre zumindest billiger.
[Antwort]
Freitag, 4. Dezember 2009 um 14:29
Der “Spiegel” sollte sich mal entscheiden, was er eigentlich will. Vor 3 Jahren titelte er mit: “Deutsche Soldaten müssen wieder töten lernen”. Jetzt haben deutsche Soldaten getötet, jetzt macht man wieder auf linke Friedensinitiative beim “Spiegel”.
[Antwort]
Freitag, 4. Dezember 2009 um 18:44
Der Inhalt der Message ist doch egal.
Hauptsache Auflage…
[Antwort]
Freitag, 4. Dezember 2009 um 20:23
Für jeden der mal Lachen will.
Bericht in der HAZ über den Feldjägerbericht zur Nacht in Kunduz
http://www.haz.de/Nachrichten/Politik/Deutschland-Welt/Die-verhaengnisvolle-Nacht-von-Kundus
Das soll die Grundlage für den Meinungswechsel von KTzG gewesen sein.
[Antwort]
califax Antwort vom Dezember 5th, 2009 00:05:
@StFwdR, was ist daran zum Lachen?
Wie schätzen Sie die Glaubwürdigkeit des Berichts ein?
[Antwort]
Samstag, 5. Dezember 2009 um 08:23
Nun, der Bericht ist ein weiteres Mosaiksteinchen zu den Vorfall bei Kunduz und den Ereignissen danach.
Für den durchschnittlichen militärisch ungebildeten Bundesbürger werden wieder alle Klischees bedient.
Angefangen von mangelnder Kommunikation und Verbindunsstörungen, bis hin zum Rechtsberater, sowie dem general in der Etappe,
der den Schlaf des gerechten pflegt ist alles dabei.
Der Oberst und sein OFw trafen die Entscheidung alleine oder mit Hilfe von unbekannten sowie die geheime
KSK hatte ihre Finger auch im Spiel.
So kommt das journalistisch neutral als Pleiten, Pech und Pannenshow rüber.
Was die Glaubwürdigkeit angeht, scheint es für mich so, als das der Bericht durchaus auf den
“geheimen Feldjägerbericht” zurückgreift.
Die erwähnten KSK-Kräfte passen zu dem in einer Pressekonferenz erwähnten “dritten Aufklärungsstrang”.
Das diese dort noch operieren, sowie das sie mit Unterstützung des afghanischen Geheimdienstes arbeiten
dürfte nicht verwunderlich sein, somit betrachte ich diese Quelle als zuverlässig.
Auch das die Technik des KSK genutzt wurde scheint nicht verwunderlich.
Wenn ich mal den mir verfügbaren Kenntnissstand Revue passieren lasse ergibt sich für mich folgendes Bild :
OMF wurden dabei beobachtet wie sie eine Strassensperre errichteten und dabei zwei LKW mit Sprit erbeutet.
Mindestens ein Fahrer wurde dabei getötet. Nach den vorliegenden Informationen über Anzahl und Absicht
wurde CAS angefordert. Dieser wurde zunächst durch einen Bomber ausgeführt, der erste Bilder lieferte,
anhand der Bilder wurden die vor Ort befindlichen Personen als bewaffnet und somit als OMF identifiziert.
Anzahl und verhalten passten zur vorherigen Meldung.
Der Bomber mußte wegen Spritmangel den Einsatz abbrechen und wurde durch zwei andere (F15/F16) ersetzt.
Diese lieferten wiederum Bilder vom Ort des Geschehens, die keine wesentliche Veränderung der Lage anzeigten.
Inzwischen sind jedoch weitere offensichtliche OMF eingetroffen, angeblich abgehörte Gespräche der OMF sollen dies belegen.
Es kommt der Trecker ins Spiel der die LKW freischleppen kann, sowie, zumindest für mich, die Frage wie
lange die Überwachung aus der Luft noch realisierbar gewesen wäre , bis die F15 / F16 ebenfalls wegen Spritmangel
den Einsatz abbrechen müssten.
Hierzu gibt es bisher keine Aussagen. Offensichtlich sind die internen Verbindungen im PRT zwischen den Stäben
gestört, oder die pennen. Hier hätte schon ein Melder geholfen….
Ebenso scheint nach MeS keine direkte Verbindung bestanden zu haben.
Anhand der vorhandenen Informationen über den Ort , durch die Luftbilder sowie den Informationen durch den Agenten des
afghanischen Geheimdienstes und KSK entschließt sich der Kommandeur die zweifelsohne gegebene Bedrohung
durch die beiden LKW durch einen Luftangriff zu beseitigen, nebenbei werden so gleichzeitig eine größere
Anzahl von OMF und angeblich vor Ort befindliche “Kommandeure” der OMF eliminiert.
Militärisch gesehen handelt es sich hierbei also um ein lohnendes Ziel.
Andere Optionen des Handelns hatte er zu diesem Zeitpunkt gar nicht, da die verfügbaren geeigneten Verbände zu
dieser Zeit in eine andere Operation eingebunden waren.
Er hatte noch nicht einmal die Möglichkeit eine Aufklärung nach dem Bombeneinsatz an den Ort des geschehens zu senden.
Das ist für mich der einzige militärische Fehler den man Oberst Klein in Unkenntniss der Kräfteverhältnisse vor Ort
vorhalten könnte.
Soweit die Ereignisse bis zum Bombenabwurf.
Der Feldjägerbericht geht dann in der “Ermittlung vor Ort” auf die weiteren geschehnisse ein.
Beim Eintreffen am nächsten Tag waren die Leichen schon weg, ( kein Wunder ) der Platz war “chirurgisch sauber”, was auch die
veröffentlichten Bilder zeigten. Aussagen von Stammesältesten aus der Gegend bestätigen die Informationen der Nacht, können
aber nicht verifiziert werden.
Die Stimmung vor Ort wird als positiv für die BW beschrieben, die “endlich mal durchgegriffen hätte”.
Insgesamt also bis hierhin noch verständlich.
Dann kommt die Kritik der “Verbündeten” in Spiel und das ganze wird politisch.
Unser IBUK hat in einer ersten Stellungnahme nach vorliegen des ISAF-Berichtes noch sinngemäß gesagt das der Angriff
trotz der gemachten “Fehler” und den “vorhandenen Ausbildungsmängeln” durchgeführt hätte werden müssen und militärisch sinnvoll
und angemessen war.
Der Bericht der Feldjäger ist in den ISAF-Bericht eingeflossen und Bestandteil dessen.
Wie er nun zu seiner Neubewertung, dessen Grundlage der Feldjägerbericht mit sein solle, kommt erschließt sich mir wiederum nicht.
Wie er zu der Feststellung kommt, das der Einsatz nicht mehr angemessen und militärisch zweckmäßig gewesen sein soll,
begründet er gleichzeitig ebenfalls nicht und eröffnet damit den Spekulationen das Feld.
Die vom COM-ISAF wenige Tage zuvor in Kraft gesetzten neuen ROE bezüglich CAS sind bei Wiegold zu finden.
Nach diesen Regeln kann ein lokaler Kommandeur einen CAS bei “unmittelbarer Bedrohung” anfordern und freigeben. Als Beispiel für eine
unmittelbare Bedrohung ist das berühmte “troops in contact” angeführt.
Nach meinem Verständniss heist das nichts anderes, als das es auch noch denkbare andere “unmittelbare Bedrohungen” geben kann, sonst
wäre es doch wohl so, das nur bei tic dem lokalen KDR CAS erlaubt wäre.
Insofern kann ich einen Verstoß gegen diese Regel nur dann erkennen, wenn man bei ISAF aufgrund der langen Überwachung aus der Luft
von einem spontanen CAS zu einer “geplanten Bombardierung” übergegangen ist, die tatsächlich durch den COM-ISAF zu befehlen gewesen
wäre. Dies wäre im Endeffekt Haarspalterei, da die militärischen Erfordernisse hieraus nicht tangiert werden.
Das der fehlende Offizier in der OPZ ausgerechnet der Rechstberater-StOffz gewesen sein soll, entspricht unserem deutschen Bild eines
kriegerischen Einsatzes und der mittlerweile verbreiteten Mentalität “ohne meinen Anwalt sage ich nichts”.
Da der Posten vermutlich nicht doppelt besetzt ist, ist es eigentlich normal das der Soldat auch mal ruht. Das dies ausgerechnet
bei einem so wichtigen Thema der Fall war, ist gegebenenfalls einer Prüfung zu unterziehen, entscheidend für den Einsatz wiederum nicht.
Leider hat hierzu unser Bundesregierungen vergessen den Soldaten die “ADVOCARD” mitzugeben.
Das die Meldung nach MeS erst zwei Stunden später abgegeben wurde, sowie zu allem Überfluss erst bei der Morgenlage dem General
vorgelegt wurde ist nicht Oberst Klein anzulasten, sondern dem Soldaten der nicht genug Arsch in der Hose hatte den Herrn General
zu wecken.
Ich komme zu der Überzeugung, das hier sicherlich “suboptimal” gearbeitet wurde, jedoch militärisch der Einsatz notwendig und erfolgreich war.
Der einzige Fehler den ich sehe ist die Tatsache das nicht unmittelbar nach dem Waffeneinsatz Aufklärung vor Ort durchgeführt wurde.
Dies hätte eine eindeutige “Beweissicherung” ermöglich und die ganzen Diskussionen würden sich erübrigen
[Antwort]
Samstag, 5. Dezember 2009 um 10:25
@ StFwdR
Sie haben die Ereignisse in der Zusammenfassung der verfügbaren öffentlichen Quellen bis zum heutigen Tage sehr schön geschildert.
Zwei kleine Ergängzungen hätte ich noch:
- Der Rechtsberater-StOffz war vermutlich ein Bw-Beamter, der nur in Form einer Wehrübung zu diesem Job gekommen (gezwungen ?) wurde.
- Die Beweissicherung unmittelbar nach dem Anschlag war nicht möglich, da der Anmarschweg gemäß den Aufklärungsergebnissen (siehe Uli Gack) mit mehreren Hinterhalten, IEDs und Selbstmordattentätern gesichert war. Da bei Nacht, mit zu geringen Kräften und ohne Luftaufklärung durch Drohnen reinzufahren, wäre vermutlich Selbstmord gewesen.
[Antwort]
Samstag, 5. Dezember 2009 um 16:59
@Georg
Da die IED`s bekannt waren ist das Risiko begrenzt, viele Wege führen nach Rom.
Und ja, das wäre kein Spaziergang gewesen, derZugführer der den Auftrag erhalten hätten wäre nicht zu beneiden gesesen.
Aber Krieg, und das ist, da ist nun mal gefährlich, trotzdem gibt es militärische Notwendigkeiten.
[Antwort]
Sonntag, 6. Dezember 2009 um 01:56
Danke für die ausführliche Antwort. Wäre schön, wenn man sachliche und trockene Berichte wie diesen in der Presse lesen könnte.
Da wird immer so viel gemeint und gescheint, daß es gut tut, einfach mal so eine Zusammenstellung zu bekommen.
Nochmal Danke.
[Antwort]
Sonntag, 6. Dezember 2009 um 18:01
Wen es interressiert, ich hab die TD vom COM-ISAF im Netz gefunden.
http://de.wikipedia.org/wiki/Datei:ISAF_Tactical_Directive_Unclass_2009JUL06.pdf
Nach dieser Kenntniss derer kann ich immer noch keinen direkten Verstoß feststellen.
“Unmittelbare Bedrohung” ist subjektiv und daher auslegbar.
Der Rest der dort aufgezählten Kriterien ist m.E. auch beachtet.
Oder findet einer von Euch das Haar in der Suppe ?
Schönen Abend noch.
[Antwort]
MForster Antwort vom Dezember 7th, 2009 02:48:
Lieber “quirliger” Stabsfeldwebel der Reserve,
lieben Dank für Deinen Hinweis auf die HAZ; hat mir heute sehr geholfen.
Aber erlaube mir bitte folgende Vermutung:
Die bei NATO seit langem gepostete “Tactical Directive” ist/sind nicht die RoE’s der “Amis”, nicht die evtl. existierenden RoE der USAF. Sie sind m.E. unveröffentlicht.
(Ich mag kein Haar in meiner Suppe finden, sondern schlabber sie lieber wech).
So long, herzliche Grüsse von michael
[Antwort]
StFwdR Antwort vom Dezember 7th, 2009 09:20:
@MForster,
Sie mögen mit Ihrer Vermutung über RoE`s recht haben, jedoch wird diesa TD in diesem Zusammenhang explizit erwähnt, genauso wie der Verstoß dagegen.
Unabhängig davon, glauben Sie wirklich das amerikanische Flugzeuge auch nur starten, ohne das die US-Führung vor Ort in die Geschehnisse involviert ist?
Das die zuständigen Offiziere im ISAF-HQ die Bilder und den Funkverkehr nicht mitbekommen haben?
Nichts, aber auch gar nichts geschieht dort unten, zumal mit US-Beteiligung, ohne das es durch diese überwacht wird.
Sollte es tatsächliche eklatante Regelverstöße gegeben haben, dann wäre es Aufgabe dieser “Kontrollinstanz” gewesen einzugreiffen, die Piloten hätten bei einem eindeutigen Verstoß, wie er heute behauptet wird, den Waffeneinsatz nicht ausführen dürfen.
Was heute in der aktuellen Disskussion über Anzahl der Bomben, Show of Force etc. durch die Medien der Öffentlichkeit präsentiert wird, dient einzig und allein dazu den Oberst Klein an die Wand zu nageln und wird Auflagensteigern, peu a peu unter das staunende Volk gebracht.
Jounalistische Neutralität scheint mir hier nicht so sehr im Vordergrung zu stehen, sondern die Auflage und damit die €.
Das Interpretieren des, möglicherweise, vorhanden Protokolls über den Funkverkehr gehört genauso dazu.
Die Piloten sind angehalten sich zu vergewissern ob die Vorrausstzungen für den Waffeneinsatz vorliegen, dies soll auch zur Vermeidung von Mißverständnissen mehrmals durchgeführt werden. Bei Wiegold steht z. B “mindestens zweimalige Nachfrage zur unmittelbaren Bedrohung”.
Das sich eine Dialog über die Anzahl der zu verwendeten Waffen entwickelt ist in diesem Zusammenhang ebenfalls aus viel profaneren Gründen möglich. Könnte es nicht sein, das der JTAC ( offensichtlich ein OFw ) mit seiner Anforderung locker übers Ziel geschoßen ist, und die Piloten, deren Tagesgeschäft das Bomben nun mal ist, die die Wirkung besser abschätzen können, sagten “Ehy Boy two are enough!”.
Hierhinter könnten sich z. B. die von KTzG in seiner ersten Analyse angedeuteten “Ausbildungsmängel” verbergen.
Fakt ist das zu wenige ausgebildete JTAC/FAC zur Verfügung stehen.
Auch das der JTAC von ISAF suspendiert wurde spricht dafür.
Genauso ist es Möglich, das die Piloten angesichts der ungewöhnlich hohen Anzahl an Personen im Zielgebiet nicht sicher waren ob es sich hierbei um OMF handelte oder Zivilisten und aus diesem Grund mehrfach nachfragten ob “show of force” durchzuführen sei, zumal dies bisher bei den deutschen Standardprozedur war.
WAS ICH DAMIT SAGEN WILL IST EINFACH .
Nichts ist so wie es auf den ersten Blick scheint, die Informationen sind so lanciert, das einem durchschnittlich militärisch bewanderten Durchschnittsbürger ( Otto-Normalverbraucher) in seinem freundlichen Desinterresse für die Bundeswehr die Meinung über den Vorgang mundgerecht serviert wird.
Das will ich, ich gebe zu, im Sinne meines Selbstverständnisses als Staatsbürger in Uniform nur kritisch hinterfragen.
[Antwort]