Taliban-Konter: Dreieck
In der Riege der Führer der AFPAK-Taliban-Koalition wird in diesen Tagen und Wochen mit hoher Wahrscheinlichkeit ein Nachdenken und Diskutieren darüber ausbrechen, ob man angesichts der neuen (?) Strategie der Besatzer, verkündet durch den U.S.-Präsidenten, zu einer Revision der eigenen Strategie kommen sollte oder nicht.
Hochgeachteten Führern der Taliban-Führung wie z. B. Mullah Omar, darf man u.E. nicht unterstellen, dass sie nicht strategisch denken können. Genau wie ihre Gegner unterliegen sie allerdings der Problematik, dass es zur Umsetzung ihres Konzepts zur Erreichung ihres Zieles einer klugen operativen Anwendung bedarf:
- Auf der taktischen Ebene kämpft Mullah Omar mit demselben Problem wie sein Gegner McChrystal: Blindwütiges Bomben und Ballern “verschreckt” die “Zielgruppe” bestenfalls, macht sie schlimmstenfalls zu erbitterten Feinden; siehe Al-Qaida im Febr. 2006, goldene Moschee von Samarrah (?); damit hat man die Niederlage im Irak herbeigebombt (sorry wegen der brutalen Schreibe);
- Über einen Zeitraum von ungefähr 4/5 Jahren hat man (Talib) sich erfolgreich reorganisiert. Innerhalb des grundlegenden, strategischen Dreiecks von Kräfte, Raum und Zeit hat die Beachtung des Faktors Zeit das jetzige Momentum des Erfolges generiert;
- Wenn der Gegner (Feind) jetzt seine Kräfte in einem genau bezeichneten Raum erheblich verstärkt, kann man dies nur durch Übertreffen oder (zeitweisen) Rückzug kontern;
- Der moderne (westliche) Gegner kann zwar über einen relativ kurzen Zeitraum wahnsinnige (Feuer)Kraft entwickeln, viel weniger schon personelle Kraft, ist aber auf der Zeitachse im Vergleich zu “älteren” Kulturen sehr schwach. Austrocknen kann man diesen Gegner nur über die Zeit (man muss natürlich auch in der Lage sein, sich dieselbe nehmen zu können – “halte Dein Pulver trocken”);
Entscheidend bleibt, was die Betroffenen sagen und – vor allem – machen werden. Wie soll man das denn einschätzen können?
Soll man sich denn unbedingt den Kopf des Gegners zerbrechen? – den eigenen dazu? “Können Sie mir sagen, wo ich hinwill – ich gehe dann schon mal vor” (?!).
{Die Zeit kommt – sie wird es erzählen – schlafe sie einfach aus!}