Verteidigung/Sicherheitspolitik

Tag: BG Jörg Vollmer

1. AFG-Test: fallen

In Sachen AFG laufen einige Zeitlinien wie die Blasenbahnen explosiver Torpedos:

  • U.S.-Präsident Obama hat noch ein paar Wochen, sich zu seinem “war of necessity” zwischen der Empfehlung seines Vize Biden oder Gen. McChrystal zu entscheiden;
  • Dann wird (irgendso, Anfang Nov.) der Koalitionsvertrag fertig sein, und die Kanzlerin, der neue Aussen- und der Verteidigungsminister werden ihre Stühle beziehen;
  • Schon wenige Wochen später (im Dez.) müssen nicht nur die Regierungs-, sondern auch die Oppositionsparteien (besonderes Augenmerk SPD) sich der “neuen Lage” stellen.

Das sich derzeit entwickelnde Lagebild wird geprägt von:

  • einem Associated Press-Artikel, den die Referenz-Website “military.com” gestern in den Titel gehoben hat:
  • http://www.military.com/news/article/northern-afghan-supply-route-threatened.html?E SRC=eb.nl

  • dem Umstand, dass Brigadegeneral Jörg Vollmer als deutscher RC-North-Verantwortlicher mit seiner “Bewertung der Auftragserfüllung” im 19. “Erfahrungsbericht Einsatz” vom 24. Aug. 09 nach oben gemeldet hat:
    “ Ein sofortige und raumgreifende Lageverbesserung in der gesamten Provinz Kunduz ist mit dem derzeitigen DEU Kräftepositiv nicht zu erreichen”;
  • einer unsererseits nicht mehr nachvollziehbaren Quelle aufgeschnappt wurde, dass die U.S.-Streitkräfte mit einem 350-Mann-starken Kontingent im “deutschen” RC North bereits aufmarschiert sind, um die Stationierung von mehr U.S.-Soldaten vorzubereiten (was “traut” man uns noch zu?).

Muss man das Logistik-Problem noch erläutern? Wenn sich über die Nord-Route (“silk road”) neuerdings pro Woche 300 Container-LKW’s an Kunduz vorbei quälen, spricht das Bände.

Die vom BMVg/AA zu erarbeitende Empfehlung zu dieser Lage wird nicht einfach: Sollen Merkel und Westerwelle “die Füsse ruhig halten”? Oder wird die schwarz-gelbe Regierungskoalition mit einer entsprechend geänderten Mandatsvorlage konfrontiert, aus der die SPD die ablehnungs-begründende Formulierung textet? Oder ist der (hoffentlich) neue Verteidigungsminister in der Lage, im Kontingentrahmen genügend “Infanteriekräfte” zu plazieren?

Nach den gestern vom TV übertragenen Nachrichten über das Treffen von Barack Obama und NATO-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen darf man gespannt sein, wie das Gefecht zwischen Nationalisten und Internationalisten in Deutschland ausgeht; bei unseren Sicherheitspolitikern gibt es auch “Globalisierungsgegner”.

NATO-Generalsekretär Rasmussen hat den Amerikanern gerade versichert, dass die Europäer “your brothers in arms” sind:
http://www.nato.int/cps/en/natolive/opinions_57722.htm (vorletzter Satz).

{“In die Arme fallen” wäre wohl nicht ganz korrekt übersetzt}

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