Verteidigung/Sicherheitspolitik

Tag: Handelsblatt

6. HANDELSBLATT II: Fortsetzung

Alexander Weis, Chef der Europäischen Verteidigungsagentur (EDA), hat heute um 9.00 Uhr mit seinem Vortrag zum Thema “Beschaffung und Rüstung in Europa” den 2. Handelsblatt-Tag eröffnet. Wir waren noch nicht ganz arbeitsbereit, aber Weis hat einen guten Vortrag gehalten (vielleicht kriegen wir seinen Text).

Gutes Beispiel: Von dem gesamten Beschaffungsvolumen des NH 90 in Höhe von 22 Mrd. EUR könnten 4 Mrd. gespart werden, wenn man in Europa ein einheitliches Zertifizierungsverfahren hätte.

Lutz Bertling, Chef von EUROCOPTER, ist immer gut anzuhören; auch ihn müsste man fragen, ob er nicht irgendwo seine interessanten Rüstungsgrundsätze zu Papier gebracht hat.

“Der NH 90 ist für uns eine Eisenkugel am Bein”, so Bertling!

Für das Projekt HTH (Heavy Transport Helicopter) hat D einen Bedarf von 40 Fliegern, F schafft sich mit 20 eine neue Fähigkeit.

Generalleutnant Klaus Peter Stieglitz, Inspekteur der Luftwaffe, ist überraschend gut. Erstmals hören wir, dass ein hochrangiger Militar das Wort UCAV (unbemanntes bewaffnetes Flugvehikel) in den Mund nimmt.

In Sachen MEADS spricht er nicht nur von dem Luftschirm für Truppen, sondern auch für die Heimat. “Wer stellt schon das Dach über seinem Haus in Frage?”

Szenenbeifall für Ministerialdirigent (?) Ressing vom Wirtschaftsministerium, weil er für eine nationale Industrieproduktions-Fähigkeit plädiert; ansonsten spricht er ganz deutlich und ungeschminkt seine Kompetenz aus.

Moderator Theo Sommer. “Vor 40 Jahren trat ich im Planungsstab unter Verteidigungsminister Helmut Schmidt meinen Dienst an. Es hat sich augenscheinlich seit dem nichts geändert.”

11.00 Uhr. Es folgt

  • Volker Perthes, Institutsleiter Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP):

    Seine eigentlich sehr folgenschwere These lautet:
    Ein symmetrischer Krieg ist in Europa in Zukunft möglich. Darauf muss man vorbereitet bleiben, man darf “Abschreckung und Verteidigung nicht vergessen”.

  • General Egon Ramms, Kommandeur, Allied Joint Force Command der NATO, Brunssum:

    Gestochen scharf, und in Farbe. NATO muss das ganze Spektrum (symmetrisch, asymmetrisch, COIN, etc.) abdecken. Seine grösste Sorge sind die IEDs (Sprengfallen).
    Früher hiess es: Wirkung geht vor Deckung – Heute höchstens: “Wirkung unter Deckung”.

    Klaus Eberhardt, Vorstandsvorsitzender RHEINMETALL:

    - Einsatzerfahrungen müssen viel schneller in die Produktverbesserung fliessen;
    - Systeme müssen schneller in den Einsatz. Wir testen neue Systeme zu lang auf 110 %; andere Staaten verfahren schon nach “trial and error” im Einsatz;
    - “time to market”: Die Entwicklungszeiten deutlich verkürzen; “die Soldaten im Einsatz warten auf Lösungen!”

    Europäische Integration der Landsystem-Industrie: JA – aber unter deutscher Führung.

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